26.01.2026
Presseschau zum 12. Allianz Hallen-Cup
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In der Dreifelderhalle "Am Rosengarten" ist seit gestern wieder Ruhe eingekehrt - unsere 12. Auflage von unserem U14 Bundesliga-Turnier ist Geschichte.
Sportreporter Sebastian Fernschild von der Thüringer Allgemeinen blickte heute wie gewohnt ausführlich auf den Allianz-Cup zurück und titelte: "FC Bayern verteidigt Titel in Sondershausen - Hochklassiger Fußball, Ex-Profis, ein fragendes Borussia Dortmund und ein glücklicher Sondershäuser Torschütze: RB Leipzig erst im Finale des U14-Bundesligaturniers geschlagen".

Für Emil Mattauch hätte das U14-Bundesligaturnier in Sondershausen nicht besser beginnen können. Der Nachwuchsspieler von der heimischen Eintracht traf im Eröffnungsspiel gegen Werder Bremen zum 1:0. „Das war echt cool und werde ich wohl so schnell nicht mehr vergessen. Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, hier mitzuspielen“, sagte der junge Bursche nach dem Turnier. Es sollte aber das einzige Tor von Eintracht Sondershausen in diesem Turnier bleiben. Erwartungsgemäß hatten die Jungs von Trainer Steffen Pfeifer immer das Nachsehen.„Natürlich ist das ein großer Leistungsunterschied. Die Profiteams haben mal locker 1000 Trainingsstunden mehr in den Beinen als wir. Aber dennoch war es eine große Erfahrung und hat riesig Spaß gemacht“, so Trainer Pfeifer.

In einem packenden Finale steigerte sich die U14 des FC Bayern München genau zur richtigen Zeit und gewann gegen RB Leipzig 2:1. Die Sachsen hatten zuvor nicht einen Punkt abgegeben und zeigten wunderbaren Fußball. Im Endspiel aber schienen die Kräfte aufgebraucht zu sein.

Die kürzeste Anreise hatte Christopher Handke. Der sportliche Leiter des 1. FC Magdeburg hat in Bad Frankenhausen bei seinen Eltern übernachtet. Handke kümmert sich in Magdeburg um den gesamten Nachwuchs und kann solche Turniere wie in Sondershausen nur begrüßen.

„Die Jungs sammeln ganz wertvolle Erfahrungen und ohnehin ist sowas eine sehr schöne Abwechslung“, so Handke weiter, der viel Lob für seine U14 übrig hat: „Wir waren am Anfang schon etwas nervös, wenn es gegen die Bayern geht. Aber wir brauchen uns nicht kleinzureden. Die Mannschaft spielt seit fast zwei Jahren so zusammen und ist richtig stark. Es macht sehr viel Spaß mit ihnen. Insgesamt ist das Niveau hier sehr hoch. Sowas braucht es überall.“ Am Ende wurde es ein starker dritter Platz für den 1. FCM. Nach der Vorrunde war eine gewisse sächsische Dominanz zu erkennen. RB Leipzig fegte durch jedes Spiel, direkt danach kam Dynamo Dresden.

Für die Bayern war auf der Mission Titelverteidigung auch eine Portion Glück dabei. Im Viertelfinale gegen Hansa Rostock schnupperten die Jungs von der Küste lange an der Überraschung. Bis zwei Minuten vor Schluss führten sie 2:1, mussten sich dennoch 2:3 geschlagen geben. Freude und Frust lagen dabei ganz dicht beieinander.

„Das Turnier war eine Spur physischer als letztes Jahr. Das Niveau ist gestiegen, gleichzeitig hat aber auch die körperliche Härte zugenommen. Da leidet ein wenig das Spielerische. Dennoch ist solch ein Turnier für uns optimal, wir kommen immer gerne nach Sondershausen“, so Bayern-Coach Benjamin Kauffmann, der gar drei Jahre bei Wacker Nordhausen spielte.

Ebenfalls begeistert vom Turnier und der Möglichkeit des Hallenfußballs war Dresdens Trainer Richard Böhme. „Das sind nach unserer Philosophie zwei sehr wichtige Monate im Jahr. Was die Jungs hier lernen, ist elementar. Schnelligkeit und Zweikampfverhalten sind dabei entscheidend. Da geht es nicht um irgendwelche Spielsysteme, sondern um Fußball und Tore schießen, sprinten, stoppen, Offensive, Defensive. Das Turnier hier ist wunderbar. Wir kommen immer wieder gerne hierher, was wie gesagt für uns einen hohen Stellenwert hat. Hier läuft alles wie am Schnürchen.“ Im Halbfinale aber war Schluss für sein Team. Das Spiel ging 0:2 gegen Bayern München verloren, am Ende wurde es Rang vier.

Das Turnier war wieder einmal professionell und akribisch vorbereitet. Steffen Heller hat dabei ein Team hinter sich, das funktioniert. So wurde nicht eine Minute verschenkt. Im Gegenteil, die Spiele waren teils vor der Zeit. Dass sich Sondershausen mittlerweile einen Namen gemacht hat, ist längst kein Geheimnis mehr. So fanden mehrere Scouts den Weg nach Sondershausen. Vor allem Borussia Dortmund war angetan und hat großes Interesse gezeigt, im kommenden Jahr dabei sein zu wollen.

„Dieses Turnier besteht aus vier Säulen: den Mannschaften, dem unglaublichen Helferteam, den Sponsoren und Eltern, bei denen die Jungs schlafen. Fällt eine Säule weg, wird es kaum machbar sein. Ich bin vor allem auf das Team hier sehr stolz. Hier greift ein Zahnrad ins andere“, ist Steffen Heller von der Eintracht einmal mehr hellauf begeistert.

Nicht nur er freute sich, als auf einmal Pablo Thiam dastand und sich sogar am Kommentatorenmikrofon einbrachte. Der Ex-Profi, der in München, Stuttgart, Köln und Wolfsburg spielte, drückt nun Hertha BSC die Daumen. Sein Sohn Jonah spielt in der U14, weshalb der heute 52-Jährige selbstverständlich mit dabei war.
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