01.01.1970
Aktueller Stand zur Sanierung des Göldners
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Die Thüringer Allgemeine titelte heute: Stadträte stimmen Mehrkosten von 600.000 Euro für Stadionumbau zu.

Abstimmung sichert die Generalsanierung des Sportzentrums „Am Göldner“. Aktuelle Planungen mit Sicherheitspuffer.

Nachdem bekannt wurde, dass Sanierung und Umbau des Sportzentrums „Am Göldner“ teurer als geplant werden, bekannte sich der Sondershäuser Stadtrat am Donnerstagabend zu seinem Willen, das Stadion zu modernisieren. Mit nur zwei Gegenstimmen beschlossen die Räte, Mehrkosten von 600.000 Euro in den Finanzplan des Haushaltplanes von 2019 einzustellen.

Vor zwei Wochen teilte die Stadtverwaltung im Hauptausschuss mit, dass sich die Kosten für die Generalsanierung des Sportzentrums inzwischen auf 5,1 Millionen Euro belaufen. Die Steigerung wurde mit der Entwicklung des sogenannten Baukostenindexes begründet. Eine Kompensation der Kosten sei auch durch den Wegfall von ursprünglich geplanten Teilobjekten nicht möglich, hieß es in der Beschlussvorlage über die Finanzierung der Baumaßnahme. Geplant waren Umbaukosten im Jahr 2015 von rund 4,4 Millionen Euro.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ bekam die Stadt eine Förderzusage in Höhe von 90 Prozent (3,9 Millionen Euro) der anfangs geplanten Baukosten. Der Eigenanteil der Stadt betrug exakt 438.680 Euro. Durch die Preissteigerung kamen auf die Stadt jetzt noch Mehrkosten in Höhe von 740.000 Euro zu. Bevor über diese Summe im Stadtrat abgestimmt werden sollte, empfahl der Hauptausschuss, den Ältestenrat vorab einzuberufen.

Einen Tag vor der Stadtratssitzung tagte der Ältestenrat zusammen mit dem Planungsbüro Casparius aus Erfurt. „Es war eine dreieinhalbstündige Marathonsitzung in einem Wechselbad der Gefühle“, beschreibt Tobias Schneegans, Fraktionschef der Volkssolidarität, das harte Ringen um eine Reduzierung der Gesamtbaukosten.

Die Mühe war nicht vergebens: Die Mehrkosten konnten von 740.000 auf 600.000 Euro gedrückt werden. Damit belaufen sich die Gesamtkosten des Bauvorhabens aktuell auf knapp 5 Millionen Euro. Wo aber wurde jetzt konkret der Rotstift angesetzt?

„Geplant war eine Zufahrt zum neuen Funktionsgebäude über die jetzige Südtribüne“, erklärt Bürgermeister Steffen Grimm (pl) auf TA-Nachfrage. „Nach der neuen Planung bleibt die Tribüne bestehen, und wir bauen die Zufahrt über die Cannabichstraße.“ Laut Grimm verringern sich somit die Kosten für die Zufahrt von 190.000 auf 50.000 Euro. Damit standen zum Beschluss im Stadtrat noch 600.000 Euro zur Debatte. „Wenn wir dieses Ding vergeigen, dann sind wir es wert, aus der Stadt gejagt zu werden“, mahnt der CDU-Fraktionschef Hartmut Thiele, das Projekt Stadionumbau jetzt nicht aufzugeben, und warb dafür, die Mehrkosten in den Finanzplan einzustellen.

Auf die Frage, ob es nicht möglich sei, die Sanierung für 4,4 Millionen Euro zu bewerkstelligen, antwortete Schneegans, dass dann laut Planern nicht alle Nutzerwünsche erfüllt werden könnten. Das Projekt hatte in jüngster Zeit schon deutliche Streichungen erfahren. Die Sanierungen der Kassenhäuschen sowie der Zufahrten und Parkplätze sind nicht mehr geplant. Der Abriss des alten Funktionsgebäudes kann momentan ebenfalls nicht finanziert werden und wird nachträglich erfolgen, um die Förderung der Gesamtmaßnahme nicht zu gefährden. Auch die Aufnahme eines Kredites zur Schließung der Finanzlücke habe man geprüft, sagte Bürgermeister Steffen Grimm. Ein Darlehen sei aber nicht statthaft gewesen, da die Stadt Rücklagen gebildet habe. Immerhin 100.000 Euro wird die Kreisverwaltung für die Nutzung des Stadions durch den Schulsport beisteuern. Dafür liege eine Zusage vor. Eine örtliche Firma wolle Mittel im fünfstelligen Bereich für die Gebäudeausstattung übernehmen.

Die Stadtverwaltung wird weiter nach Möglichkeiten der Mitfinanzierung durch Dritte suchen. So steht es auch im Beschluss geschrieben.

Tobias Schneegans konnte aus der Ältestenratssitzung zumindest noch mitbringen, dass die aktuelle Gesamtbausumme einen „Sicherheitspuffer“ enthalte und mit neuen Überraschungen in nächster Zeit nicht zu rechnen sei.

Grafik: Ein Bild der Göldner-Tribüne aus dem Jahr 2001.
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